Sa

02

Jul

2016

Terroranschlag - Kondolenzschreiben

In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch hat es einen schrecklichen Terroranschlag auf dem Internationalen Flughafen "Atatürk" in Istanbul gegeben. Bis heute ist die Zahl der Opfer auf über 40 gestiegen. Welche der Schwerverletzten noch in Lebensgefahr schweben, ist mir nicht bekannt. Solche Anschläge lassen einen nicht gleichgültig. Gunter Weißgerber und ich haben uns mit einem Kondolenzschreiben an die Türkische Botschaft in Berlin gewandt, dessen Inhalt hier dokumentiert wird. 

 

Botschaft der Republik Türkei Berlin

An den Herrn Botschafter Hüseyin Avni Karslıoğlu

Tiergartenstraße 19-21 

10785 Berlin

 

 

 

                                                                                                           29.Juni 2016

 

Sehr geehrter Herr Botschafter, sehr geehrte Exzellenz,

 

wir möchten Ihnen unsere aufrichtige Anteilnahme für den schrecklichen

Terroranschlag am Istanbuler Flughafen übermitteln. Wir sind entsetzt von

dieser Bluttat, und trauern mit Ihnen um die Opfer. Seien Sie versichert,

dass wir damit in Deutschland nicht alleine stehen. Die meisten Menschen in

Deutschland sehen und empfinden das ganz ähnlich wie wir.

 

Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei den Familien, Freunden, Nachbarn

und Kollegen der Getöteten. Und sie sind bei den Verletzten, denen wir von

dieser Stelle aus Genesung und Kraft wünschen, um wieder auf die Beine zu

kommen und um das Trauma dieses Anschlags für sich persönlich überwinden zu

können.

 

Dieser Terroranschlag zielte auf ein Zentrum des modernen Lebens in

Istanbul, ein Zentrum der wirtschaftlichen Beziehungen mit der ganzen Welt,

der Mobilität der größten Metropole Ihres Landes und des internationalen

Tourismus. Wir wünschen Ihnen und uns, dass diese Ziele der Terroristen

nicht in Erfüllung gehen. Wir versprechen Ihnen, dass wir  unseren Beitrag

dazu zu leisten werden.

 

Terroranschläge dieser Art, wie in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch am

Istanbuler Flughafen Atatürk,  sind zu einer schrecklichen Geißel unserer

Gesellschaften in der ganzen Welt geworden. Sie sind durch nichts

gerechtfertigt! Menschen, die sich als Selbstmordattentäter in die Luft

sprengen und dabei unschuldige Opfer mit in den Tod reißen, pervertieren

ihre Überzeugung, gleich ob religiöser oder politischer Art. Wir Menschen

sind zum Leben geboren. Und Staat und Gesellschaft sind aufgerufen,

Menschenleben zu schützen wo immer es geht.

 

Dennoch scheinen solche Selbstmordattentate leider zu unserer Zeit zu

gehören. Eine unserer wichtigsten gemeinsamen Aufgaben besteht darin  dafür

zu sorgen, dass diese Attentate aufhören, damit die Menschen wieder in

Frieden leben können. Dafür bedarf es einer Politik der Vernunft und der

Ursachenbekämpfung.

 

Die Terroristen dürfen ihr Ziel, unsere Gesellschaften

in Angst zu versetzen, nicht erreichen. Und wir müssen den Versuchungen

widerstehen, diese Angst für eigene politische Zwecke zu

instrumentalisieren.

 

Die Bürger unserer Staaten und Gesellschaften haben ein Recht darauf, dass

wir alles tun, damit die innere Sicherheit in unseren Ländern

wiederhergestellt wird, um ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen.

 

Wir sind überzeugt, dass uns dieser Kampf gelingen wird, wenn wir ihn mit

Entschlossenheit, Augenmaß, Vernunft und einem langen Atem führen.

 

 

Hochachtungsvoll

 

Stephan Hilsberg Pst a. D.                           Gunter Weißgerber

Mitglied des Deutschen Bundestages       Mitglied des Deutschen Bundestages

1990-2009                                                      1990-2009  

 

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